Motorsport4all landete beim 1000 Kilometer-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife von team-racing.eu einen Coup. Mit dem verbrauchseffizienten BMW 320 Turbo tricksten die Motorsport4all-Piloten Heiko Stritzke und Marc Fangmann die PS-stärkere Konkurrenz aus. Selbst die Rennleitung war über das Ergebnis völlig verblüfft. Stritzke und Fangmann, die nach dem Qualifying niemand auf der Rechnung hatte, planten ihre Strategie bereits weit im voraus. Der Überraschungseffekt war schließlich umso größer.
Mit etwas mehr 10 Sekunden Rückstand in der Qualifikation, die der fehlenden Leistung des BMW 320 gegenüber den bis zu 800PS starken M1 und Porsche 935, hielt sich das Motorsport4all-Team vornehm zurück, während vorne Jörg Langen und Jan Henderkes um die prestigeträchtige Pole Position kämpften. Am Renntag machte das nach der Qualifikation fünftplatzierte Team jedoch ernst: Startfahrer Heiko Stritzke schob sich schnell auf die vierte Position vor. Der Plan, im ersten Stint neun Runden zu fahren, wurde schnell verworfen, und Stritzke holte nun alles aus dem vergleichsweise kleinen Fahrzeug heraus. Mit Frank Ewe und Stefan Seiter verabschiedeten sich zwei Topfavoriten auf den Sieg bereits früh aus der Spitzengruppe.
Eine schnellste Runde von 8:11 Minuten lag nur knapp über den Zeiten, die die BMW M1 und Porsche 935 gehen konnten. Bereits Ende der dritten Rennrunde legte sich Stritzke den führenden Thomas Pache zurecht. Aufgrund eines Verbremsers des Porsche 935 Eingangs Runde Vier übernahm das Motorsport4all-Team die Spitze. Nun erst wurde auch der Öffentlichkeit klar, was hier ablief. Die Fahrer waren selbst überrascht, so schnell in Führung zu sein, doch die halbe Miete war bereits zu diesem Zeitpunkt eingefahren. Stritzke baute aufgrund des geringeren Reifenverschleißes des BMW 320 Turbo die Führung immer weiter aus, zusätzlich konnte der 320er-BMW Stints von acht Runden fahren, während die Konkurrenz ihre PS-Monster schon nach sechs Runden auftanken musste.
Den Mittelstint übernahm Marc Fangmann. Konstant spulte er ein Pensum ab und ließ sich auch durch einen pfeilschnellen Jörg Langen, der mit Rundenzeiten von unter 8:10 Minuten auftrumpfte, nicht aus der Ruhe bringen. Eine Schrecksekunde kam für den Vizemeister der VRTCC, als im Streckenabschnitt Schwedenkreuz ein 1,5-sekündiger Freeze beinahe alles zunichtemachte. Doch das Team hatte Glück im Unglück, nur ein sanfter Einschlag war die Folge. Fangmann blieb völlig unbeeindruckt und übergab nach einem blitzsauberen Stint das Steuer wieder an Stritzke, der für die letzten zehn Runden übernahm.
Dieser brachte den BMW 320 Turbo heil ins Ziel und sorgte so für einen für viele sensationellen Sieg. Noch nie hatte in der DRM-Mod ein BMW 320 Turbo zuvor ein so medienwirksames Rennen für sich entschieden.
Heiko Stritzke: "Natürlich reden viele von einem Überraschungssieg. Wir waren uns über unsere Chancen jedoch schon lange vorher im Klaren, da im Rennen nicht bloß der reine Speed zählt und der Verbrauchsvorteil des 320 einfach nicht von der Hand zu weisen ist. Ich freue mich riesig über eine gelungene Überraschung. Wir haben beide einen Null-Fehler-Job gemacht, selbst der Freeze konnte Marc nicht aus dem Konzept bringen. Alles in allem ein perfektes Rennen mit einem perfekten Resultat für uns." |